Heute morgen im Supermarkt sagte eine Frau an der Kasse besorgt zum Kind: Wenn ich immer so viel Geld ausgebe, werde ich bald ganz arm. Daraufhin das Kind fürsorglich: Wenn du arm bist, kannst du doch zur Bank gehen, da kriegt man immer neues Geld.
In meiner Müdigkeit schien mir das endlich ein Ausweg: Kinder als nicht strafmündige Bankräuber. Man müsste sie nur dazu kriegen, es freiwillig zu machen, denn die Anstiftung dazu bringt einen leider wieder in den Knast. Aber dann fiel mir ein, dass die Kiddies ja trotzdem weder ihr Geld noch ihre Waffen behalten dürfen, wenn sie erwischt werden, und dann hat man doch nichts von. Oder hatte die Kleine das noch anders gemeint und dachte gar nicht daran, bewaffnet zur Bank zu gehen? Was ist der Trick? Besitzen Kinder ein geheimes Wissen?
Agate, in Wirklichkeit ist es doch so: Wenn die Kinder noch ganz klein sind, passen sie tatsächlich ja noch durch die Schlitze im Geldautomaten, und da können sie sich dann die Taschen vollladen und wieder rausklettern. Wenn sie größer werden geht das natürlich nicht mehr, weil der Schlitz dann viel zu klein ist. Aber den Kindern wird ja eh immer verboten in Geldautomaten zu spielen, deswegen lassen sie es meist irgendwann sein. Dann merken sie aber auch nicht, dass das gar nicht mehr geht und dass man nur durch Lohnarbeit oder den Gebrauch von Waffen zu Geld kommt, wenn man größer ist. Dieses Bewusstsein können sie zumindest ganz praktisch noch nicht entwickeln.
Es gibt also keinen Trick?
Ich fürchte nein.
Das ist ja deprimierend.
Kinder besitzen Naivität und die Gabe, einem den letzten Nerv zu rauben. Von wegen Tricks und Geheimwissen! Die wären viel zu blöde für nen Bankraub. Auf den Punkt gebracht: Kinder sind noch ein viel schlechteres Mittel als Lohnarbeit, um an Geld zu kommen. Ehe man denen vernünftig erklärt hätte, wie man so ne Bank angeht, sind sie schon wieder strafmündig.