Ist das jetzt schon Anlass genug?

Kann mir mal jemand sagen, was man macht, wenn einen kein Arzt behandeln will? Mein Arzt hat mir Überweisungen zu Spezialisten mitgegeben, und dann soll ich Freitag die Befunde mitbringen. Die Spezialisten wollen mich nicht vor Januar drannehmen, das wird dann knapp bis Freitag. O.k., ich habe nur 17 Praxen angerufen, danach hatte ich einfach keine Kraft mehr. Bin ich zu zimperlich? Andererseits, wieviel Hartnäckigkeit brauchts denn, um hier beachtet zu werden? Darf man nach 40 Ärzten erschöpft aufgegeben, oder erst wenn man noch den letzten Arzt in Lichtenrade gefragt hat, und der Nein sagt? Aber wieso: Die S-Bahn fährt doch auch nach Bernau oder Erkner. Oder denkt erst an Nauen oder Rathenow, irgendwo wird sich da schon ein Termin finden lassen, man muss es halt wollen! Ja, stimmt schon, dann will ichs wohl nicht. Ich will nicht ständig um alles kämpfen müssen, da bin ich zu erschöpft zu. Ist einer von euch Lesern mit einem Neurologen verwandt oder eng befreundet mit einer Orthopädin? Und wo wir schon dabei sind: Kennt ihr reiche Menschen, die wegen ihres Geldes geheiratet werden wollen würden? Menschen mit großen Grundstücken, die es o.k. fänden, wenn ich dort wohne? Wenn alles scheitert, habe ich ja noch den Sprengstoff auf dem Dachboden, aber da bin ich dann vermutlich auch zu erschöpft zu. Andererseits wenn ich die Arztpraxen hochsprenge, werden die mich auch nicht mehr behandeln wollen. Blöd. Aber sicher gibts im Strafvollzug einen Neurologen. Und da habe ich dann ja auch etwas mehr Zeit. Man sieht: Es gibt immer Mittel und Wege, man braucht nur Mut und Beharrlichkeit, und man muss es eben wirklich wollen!

2 Responses to “Ist das jetzt schon Anlass genug?”


  1. 1 Frieder Oktober 29, 2007 um 16:38

    Immer nur hochsprengen ändert doch auch nichts.

  2. 2 Agate Oktober 30, 2007 um 11:26

    Da hast du ganz recht, Frieder, es war aber auch nicht ernst gemeint. Es sollte eine plastische Bebilderung meiner Verzweiflung sein, und es sollte humoristisch die These, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will, und dass sich immer ein Weg findet, wenn man es nur versucht, aufs Korn nehmen. Denn ein Weg wäre es, nicht? Nur halt kein (für mich) anstrebenswerter. Jenseits aller Scherze muss man bei Loic Wacquant lesen, dass es in den USA durchaus vorkommt, dass armen Menschen empfohlen wird, kleinere Straftaten zu begehen, um im Knast in psychiatrische Behandlung zu kommen. So weit hergeholt ist es also auch wieder nichts, auch wenn die freilich nichts sprengen sollen. (Loic Wacquant: „Die Abfälle der Marktwirtschaft. Drogenabhängige, psychisch Kranke und Obdachlose in amerikanischen Gefängnissen“, in: Das Janusgesicht des Ghettos und andere Essays.)


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