Auf Partys lernt man nicht nur Menschen kennen, sondern auch Schicksale

Angeblich gibt es in Russland ganze Banden marodierender Schmerzpatienten, die vom offiziellen Gesundheitssystem aufgegeben wurden und nun sich selbst überlassen sind. Weil sie ständig Schmerzen haben, können sie keiner geregelten Lohnarbeit nachgehen und sind so aufs Klauen und Betteln verwiesen. In der sibirischen Taiga gibt es wohl mehrere solcher Hüttendörfer, die von der restlichen Bevölkerung gemieden werden und wo sich anscheinend auch die Polizei nicht mehr hintraut. Keiner weiß, was mit diesen Leuten angefangen werden soll: behandeln will oder schafft keiner, durchgefüttert werden sollen sie aber auch nicht, da es ohnehin genügend Arbeitskräfte gibt und nicht abzusehen ist, dass die Schmerzies noch mal für produktive Verwendung taugen werden. Als ich das hörte, sah ich etwas schwarz für meine Zukunft, aber zur Not gründe ich vielleicht einfach auch so eine Bande, und dann müsst ihr auch nicht mehr nach alleinstehenden Erben für mich Ausschau halten.

Bewerbungen für meine Bande bitte mit kurzem Motivationsschreiben. (Bild nicht erforderlich.)

8 Responses to “Auf Partys lernt man nicht nur Menschen kennen, sondern auch Schicksale”


  1. 1 Hans November 5, 2007 um 23:10

    Ich hätte eventuell Interesse, bei deiner Bande mitzumachen, habe aber vorher noch ein paar Fragen: 1. Muss man Schmerzen haben, oder reicht es aus, wenn man einfach keine Lust auf Lohnarbeiten hat? 2. Wo willst du das machen? Nach Sibirien würde ich nicht mitkommen. Meine Idee wäre Italien – wenn man schon gesetzlos ist, könnte man es ja auch gleich richtig gut und warm haben.

  2. 2 Agate November 6, 2007 um 16:46

    Lieber Hans, das sind wichtige Fragen, die du da aufwirfst. So genau hatte ich noch gar nicht darüber nachgedacht – ein Rest Optimismus, es hier doch auf legalem Wege zu was zu bringen ist schon noch da. Denn meiner Vorstellung von „richtig gut“ gehen entspricht es nicht so ganz, wenn man auf Betteln und Verstecken angewiesen ist, um nicht in den Knast zu kommen oder zu verhungern. Da habe ich schon noch andere Phantasien. Andererseits, wenn man es richtig geschickt anstellt, kommt man vielleicht so schnell in den Ruf gerissen und gefährlich zu sein, dass sich keiner mehr traut einem Ärger zu machen und man respektvoll in Ruhe gelassen wird und sein lustiges Ganovenleben führen kann. Was meinst du, könnten wir das schaffen?

  3. 3 What Can I Do? November 6, 2007 um 23:30

    (Seid ihr die judäische Volksfront?) Darf ich bei euch mitmachen? Schmerzen ohne Grund – nein, Schmerzen, ohne dass mir auch nur einE ÄrztIn mal sagen könnte, warum, woher oder gar, was man dagegen tun kann – die bringe ich mit! Auch Qualitäten für ein cooles, wildes Gangsterdasein, bei dem man seine Ruhe bekommt. Super! Jedoch können wir sogar schon vorher wenigstens einen Abend lang reich und schön sein!
    Bis es soweit ist, und um die Zeit bis dahin zu überbrücken: du hast dir am Anfang Bücherlisten gewünscht. Tolle Autorin ist Marge Piercy! („Er, Sie, Es“ und „Frau am Abgrund der Zeit“ und auch „Braided Lives“ sind Knüller!) Wenn du die gelesen hast, erzähl ich dir mehr!

    Motylek

  4. 4 Hans November 7, 2007 um 13:06

    Also in der Schule war ich richtig gut im Steinschleuder bedienen bzw. dieser Erbsenschleudern, die man damals aus Filzstiften und Luftballons baute. Vielleicht lässt sich das ausbauen zur Bedienung andere Waffen, ich könnte mich mal im Schützenverein umsehen. Weil irgendsowas bräuchte es sicher, um schnell als gefährlich und deswegen in Ruhe zu lassend zu gelten. Aber wie gesagt, nördlicher als in Italien bin ich nicht dabei. Mottchen, was kannst du denn so? Man müsste vorher mal überlegen, welche Fähigkeiten benötigt werden, und dann könnte man sich ja absprechen: einer kann klauen, einer schießen, und was man halt ncoh so braucht. Oder wäre es sicherer, wenn alle alles können?

  5. 5 Agate November 7, 2007 um 15:09

    Immer die Pferde ruhig halten! Oder wie geht die Redewendung nochmal? Schützenvereine sind glaube ich ziemlich eklige Orte mit ziemlich ekligen Menschen, und ich will auch gar nicht lernen, wie man Leute erschießt. Ich glaube, um als so gefährlich zu gelten, dass man von der Polizei in Ruhe glassen wird, muss man üblere Sachen machen, als ich bereit wäre zu tun. Und am Ende ist das Ganovenleben so lustig gar nicht. Nee, nee, da überlege ich mir doch besser eine geniale Geschäftsidee, mit der man reich werden kann. Da kann einem dann auch keiner was und man kann trotzdem in Italien wohnen. Hat jemand zufällig irgendwelche tollen Geschäftsideen?

  6. 6 Uschi Obermeier November 8, 2007 um 12:07

    Jawohl, tolle Geschäftsidee. Wie SpOn verkündet, vergnügen sich Millionäre mittlerweile damit, mal fürn Tag Obdachloser in Paris oder Schaffner in Genf zu spielen. Dafür blechen sie ne Stange Geld. Klar, is n weiter Weg vom einen Milieu zum anderen, dafür brauchs Schleuser, die das organisieren. Man kann sich bei solchen Nachrichten natürlich fragen, ob da nicht einfach die Falschen reich geworden sind, wenn ihre Bedürfnisse darin bestehen, sich spielerisch denjenigen gleichzumachen, die ihre nicht befriedigen können. Vielleicht ists das Gefühl, den Kontakt zur Realität verloren zu haben. Oder sie haben über all dem Geldmachen jegliche Fähigkeit dafür verloren, wie man sich sinnerfüllt mit sich selbst und der Welt beschäftigt. Wie auch immer. Da offenbar ihr Interesse ist, mal in die Haut des ganz anderen zu schlüpfen, ist die Geschäftsidee, ihnen einen Tag in der linken Szene zu organisieren. Da werden sie zwar nicht so scheiße behandelt wie Obdachlose, aber siffige Häuser gibts auch, und der Umgang und das Denken der Leute wird ihnen auch wie vom andern Stern vorkommen. Man muß halt streng drauf achten, klarzumachen, daß das, was sie für die fremde Haut blechen, nicht denen zugute kommt, denen so ne Haut gewachsen ist. Denn ihr Kick besteht ja nicht darin, wirklich anders zu werden und ihre real life Wertungen aufzugeben. Es ist ein reality game, nicht gespielte Wirklichkeit, sondern Wirklichkeit als Spiel. Wer sichs leisten kann eben…
    Was sagt ihr, ist das ne Idee? Millionäre gibts ja mittlerweile wie Strandkörbe am Meer!

  7. 7 Agate November 9, 2007 um 15:29

    Super Idee! Nur finden die Linke wirklich so aufregend? Ist das nicht zu furchtbar normal und unglamourös? Wenn, müsste man richtige Zottel und besetzte Häuser auffahren, und da wirds mit den Connections schon wieder dünn. Ein Tag in einer Wagenburg mit containern und allem wäre aber vielleicht tatsächlich vermarktbar als Abenteuerferien?
    Außerdem, das ganz große Problem: Man muss auch an die Reichen rankommen können, nicht nur an die Zottel. In gewisser Weise muss man also schon ganz gut dastehen, um sowas verwirklichen zu können. Oder man braucht reiche Connections, die unser Geschäft bei der Zielgruppe populär machen, aber die habe ich auch nicht. Ich habe nur mal einen Praktikanten bei einem „Society-Magazin“ kennengelernt, vielleicht kann der ja über uns schreiben?

    Frage nicht, was deine Bank für dich tun kann – frage, was du für den Vorstand deiner Bank tun kannst, jawoll!

  8. 8 Nathanael Hasse März 5, 2010 um 10:51

    Ganz meine Meinung – danke für die Tipps! Dieser Punkt wird in nächster Zeit bestimmt noch mehr Leute beschäftigen werden. Ich meine, da neulich noch was drüber gelesen zu haben. Alles Gute Nathanael Hasse


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: