Juchu, endlich Wochenende!

Denn da kommt man endlich mal dazu, in Ruhe Bewerbungen zu schreiben. Mit viel Glück bekomme ich dann vielleicht mal eine Stelle, wo ich nicht ständig Existenzangst habe. Außerdem kann man sich beim Bewerbungen schreiben mal erholen von der Lohnarbeit. Zumindest ich arbeite ja körperlich, und da ist so eine Weile am Schreibtisch durchaus eine Abwechslung. Schön ist auch, dass man da ja eine ganze Menge Zeit reinstecken kann. Eine Bewerbung, die wenigstens die mindeste Aussicht haben soll, gelesen zu werden, schreibt sich schließlich nicht mal eben in 2 Stunden. Da geht schon immer mehr als ein Tag bei drauf, eher sogar zwei. Damit hat man aber auch das Problem gelöst, wie man sein Wochenende verbringen soll – das kann ja manchmal zu Frust führen, wenn man nicht weiß, was man machen soll. Das Problem gibt es so nicht. Manchmal hätte ich zwar auch gern mal wieder Zeit, einfach im Park zu spazieren oder mit Freunden zu essen, aber noch lieber hätte ich gern einen Job. Man muss halt sein Präferenzen klar haben. Und es ist auch nicht nur eine Laune von mir, mich um bessere Jobs zu bewerben, sondern meine eine Stelle (ich habe zwei aus denen ich mir meinen kärglichen Lebensunterhalt zusammenstückel, falls es jemand wissen will) endet im Februar, und so bin ich also auch gezwungen, mich um eine neue zu bemühen. Wenn dabei noch sozialer Aufstieg bei rauskommt, wär das schön, aber Abstieg verhindern ist gerade das Nötige. Habt Ihr auch schon mal den Satz gehört, dass Kommunismus nicht funktionieren würde, weil Menschen mit mehr Freiheit und mehr Freizeit nicht umgehen könnten, weil sie nichts mit sich anzufangen wüssten? SO EINE SCHEISSE! Dass man auch noch seine Freizeit mit Lohnarbeitsbemühungen verbringen muss, ist eine Frechheit! Schon klar: Ich mache das „freiwillig“, müsste ich ja nicht.

4 Responses to “Juchu, endlich Wochenende!”


  1. 1 Vicky Dezember 9, 2007 um 16:26

    Hä, hä, meine Lieblingsbeschäftigung am Wochenende ist Einkaufen und Haus putzen, weil man unter der Woche ja nie dazu kommt! Deinen Kraftausdrücken schließe ich mich entschieden an. Ich frage mich immer, wie die Leute es machen, die man mit Latte Macchiato im Cafe sitzen sieht. Die gibts ja auch. Irgendwie muss das gehen, mir ist nur nicht klar wie. Oder vielleicht sieht man denen nur nicht mehr an, dass sie vorher sich die ganze Zeit gestresst haben und jetzt mal eben 2 Stunden frei haben, sondern hat dann wieder den Traum von entspannten Leben im Kopf und will nur glauben, dass die ein solches haben?

  2. 2 neue zeiten Dezember 11, 2007 um 11:34

    Das wiederum fand ich bei Kibbutzen ganz gescheit gemacht. Die arbeiten zwar auch alle 8 Stunden am Tag, ich glaube sogar 6 Tage die Woche (oder vielleicht Freitags nur halb, aber jedenfalls gibt es keine zwei freien Tage, wie überhaupt in Israel nicht), aber da Wäsche waschen und Essen kochen und früher ja auch Kinderbetreuung kollektiv organisiert ist, hat man das nicht noch mal zu seiner Arbeitszeit draufgeschlagen, sondern hat halt frei wenn man frei hat. Sein Zimmer fegen muss man immer noch selbst, aber das spart schon mal echt was, wann man nicht den ganzen Haushaltskram noch machen muss. Irgendjemand, Anna oder so, hatte doch hier mal konstruktive Vorschläge gefordert. Das ist zwar nicht so unmittelbar konstruktiv, weil man sichs ja nur ausmalen, aber nicht einfach haben kann, aber eine Idee wäre es schon.

  3. 3 Ursel Dezember 11, 2007 um 16:39

    Das gabs hier ja auch mal verbreitet, dass man sich nach der Arbeit nicht noch um den Haushalt und die Kinder kümmern musste, nur heißt das hier Hausfrau.

  4. 4 smartass Januar 9, 2008 um 22:12

    Da sachste was, Ursel. Wir werden alle Hausfrauen, bekämpfen aktiv das Geschlechterverhältnis, den Quatsch mit dem Kinderkriegen lassen wir auch sein und wir kaufen elektronische Geräte für den Haushaltskram (ich sach nur: Putzroboter). Und damit der Typ, von dessen Einkommen wir versuchen uns ein entspanntes Leben zu machen, auch genügend Einkommen hat, dass man davon entspannt sein kann, helfen wir ihm am Wochenende bei seinen Bewerbungen. Wenns für andere ist, geht einem sowas ja immer viel leichter von der Hand.


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